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Wie prägen Eltern tatsächlich das Selbstbild ihrer Kinder – und ist ihr Einfluss immer vorteilhaft?

Ursachen, Auswirkungen und praktische Tipps für ein gesundes Selbstbild

Wie entsteht das Selbstbild bei Kindern?

Das Selbstbild eines Kindes beschreibt die kognitive Wahrnehmung, Bewertung und Einschätzung der eigenen Person. Bereits im ersten Lebensjahr beginnen Kinder unbewusst ein Selbstwertgefühl (=emotionale Bewertung des Selbstbildes) zu entwickeln. Im Alter von zwei Jahren zeigen sie in bestimmten Situationen bereits Empfindungen wie Scham oder Schuld. Mit zunehmendem Alter wächst das Bewusstsein für das Selbst und das Verständnis dafür, welche Wirkung die eigenen Worte und Handlungen auf andere haben. Zu Beginn der Pubertät sind Kinder meist in der Lage, ihre Stärken und Schwächen realistisch einzuschätzen. Je genauer und zuversichtlicher diese Selbsteinschätzung ist, desto besser sind Jugendliche darauf vorbereitet, Krisen und Herausforderungen zu bewältigen. Die Entwicklung des Selbstbildes wird wesentlich durch das familiäre Umfeld, Erfahrungen in Schule und Freizeit sowie den Kontakt zu Gleichaltrigen beeinflusst. Besonders entscheidend sind Rückmeldungen und Verhaltensweisen von Eltern, Lehrkräften und weiteren Bezugspersonen. Anerkennung, Motivation und konstruktives Feedback fördern das Selbstwertgefühl und stärken das Selbstvertrauen. So  entstehen ein positives Selbstbild und die kontinuierliche Weiterentwicklung individueller Fähigkeiten. Ständige Kritik oder überhöhte Erwartungen können das Selbstbild hingegen negativ beeinflussen und Selbstzweifel begünstigen.

Das Selbstbild fasst zusammen, wie eine Person sich selbst sieht, ihre Stärken und Schwächen bewertet und diese Eigenschaften emotional beurteilt.

Welche Auswirkungen hat ein negatives Selbstbild?

Wenn ein Kind immer wieder Aussagen wie „Das hätte besser laufen können; streng dich an und übe mehr“ hört, kann es das Gefühl bekommen, nicht zu genügen und fehlerhaft zu sein. Es beginnt an sich zu zweifeln und traut sich weniger zu. Ein negatives Selbstbild wirkt sich nachhaltig auf die Persönlichkeitsentwicklung aus. Kinder mit geringem Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten zeigen häufig Rückzugstendenzen, erleben Gefühle von Minderwertigkeit und entwickeln eine ausgeprägte Fehlerangst. Diese Verhaltensweisen beeinflussen sowohl schulische Leistungen als auch soziale Beziehungen und das allgemeine Wohlbefinden. Bestehen negative gedankliche Muster über einen längeren Zeitraum, erhöht sich das Risiko für die Entwicklung eines geringen Selbstwertgefühls, sozialer Isolation oder psychischen Erkrankungen.

Unser Selbstbild spielt eine entscheidende Rolle für unser Wohlbefinden und wirkt sich auf sämtliche Entscheidungen aus, die wir treffen.

Wie kann das Selbstbild verändert und gestärkt werden?

Das Selbstbild ist kein statischer Zustand, sondern kann sich durch neue Erfahrungen und gezielte Unterstützung verändern. Eltern spielen dabei eine zentrale Rolle. Sie können ihr Kind stärken, indem sie ihm Mut machen, seine Stärken hervorheben und es in seiner Einzigartigkeit wertschätzen. Wichtig ist, Fehler als Lernmöglichkeiten zu sehen und das Kind darin zu bestärken, neue Herausforderungen anzugehen.

Tipps für Eltern zur Förderung eines positiven Selbstbildes

  • Stärken entdecken und ausbauen: Finden Sie heraus, woran Ihr Kind Spass hat und welche Talente es besitzt. Helfen Sie ihm dabei, diese Fähigkeiten weiterzuentwickeln. Hat Ihr Kind beispielsweise Freude am Malen, können verschiedene Materialien bereitgestellt oder ein Malkurs ermöglicht werden.
  • Ermutigung statt Kritik: Geben Sie Rückmeldungen stets positiv und konstruktiv. Anerkennen Sie Fortschritte und Einsatz, nicht nur das Ergebnis. – „Du bist beim Lösen der Matheaufgaben deutlich besser geworden. Grossartig, dass du so engagiert weitergemacht hast!“
  • Fehler als Chance: Zeigen Sie Ihrem Kind, dass Fehler ein wichtiger Teil des Lernens sind und niemand fehlerfrei ist. Unterstützen Sie es dabei, aus seinen Fehlern zu lernen und neue Wege zur Lösung zu entdecken. Sprechen Sie auch offen über Ihre eigenen Fehler und darüber, was Sie daraus gelernt haben. Die eigene Haltung zu Fehlern macht den Unterschied!
  • Vorbild sein: Zeigen Sie Wertschätzung gegenüber sich selbst und anderen. Kinder nehmen häufig das Verhalten der Erwachsenen in ihrer Umgebung als Orientierung. Reflektieren Sie Ihre eigenen Umgangsformen sowie Ihrem inneren Dialog.
  • Offene Kommunikation: Nehmen Sie sich die Zeit, Ihrem Kind zuzuhören, seine Gefühle wertzuschätzen und offen über Probleme zu sprechen. Das vermittelt ihm das Gefühl, verstanden und akzeptiert zu werden. Es ist hilfreich, regelmässige Gesprächszeiten fest einzuplanen.
  • Realistische Erwartungen: Es empfiehlt sich, realistische Ziele und Erwartungen zu formulieren, welche das Kind motivieren, ohne es zu überfordern. Eine regelmässige Reflexion über die eigenen Erwartungen an das Kind sowie deren Begründung ist ratsam.

Mit einer liebevollen, unterstützenden Haltung können Eltern massgeblich dazu beitragen, dass ihr Kind ein gesundes, positives Selbstbild entwickelt. Dies ist die Basis für ein glückliches Leben und eine starke persönliche Entwicklung.

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